Perfektionismus leuchtfeuer booking

Warum dein Perfektionismus dich davon abhält, sichtbar zu werden

Der (künstlerische) Perfektionismus

Heute möchte ich eine Erkenntnis mit dir teilen, zu welcher zu kommen auch ich selbst eine Weile gebraucht habe.

Wie du vielleicht schon weißt ist ein Kernelement meines Coachings, dass effektives Booking nicht funktioniert, ohne gleichzeitiges, nachhaltiges „Sichtbar werden“.

Der heutige Artikel widmet sich also diesem Thema der Sichtbarkeit, genauer gesagt, warum ich denke, dass es gerade Künstler*innen häufig schwerer fällt, hier Fortschritte zu erzielen. Das Stichwort ist: Perfektionismus.


Vor allem bei den Musikerinnen und Musikern, mit denen ich zusammenarbeite, erlebe ich es nicht selten, wie sie an ihren Output für die sozialen Medien mit dem gleichen Streben nach Perfektion herangehen, wie an ihre Kunst, ihre Musik. Das scheint auf den ersten Blick nicht verwunderlich, und auch nicht verkehrt – letzten Endes kommt es ja zu einem Stück weit auch auf die Qualität des Contents an. Aber eben nur teilweise. Den anderen Teil an erfolgreichem Wachsen und Sichtbar werden macht es schlicht und ergreifend aus, kontinuierlich präsent und sichtbar zu sein und eben den Content einfach zu liefern. Wird da jeder Post, jeder Newsletter, jeder Beitrag immer und immer wieder überarbeitet und verschoben, so haben andere in der Zeit schon drei neue Postings veröffentlicht.


Meine Erkenntnis

Kurz gesagt lässt es sich so zusammenfassen: Die digitale Welt im Rausch der Sozialen Medien ist so schnelllebig und dynamisch, dass diejenigen, die sich von ihrem Perfektionismus aufhalten lassen, schnell abgehängt werden.


Mir ging es selbst lange genauso. Es gab bereits Phasen, in denen ich kaum bis gar nicht in meinen sozialen Netzwerken aktiv war, weil ich zwar zahlreiche Inhalte „in Vorbereitung“ hatte, aber mich bei keinem einzigen dazu durchringen konnte zu sagen „so, das ist jetzt fertig, raus damit“. Und anstatt also meine Inhalte zu teilen, meinen Followern einen Mehrwert zu liefern und eine Verbindung aufzubauen passierte genau eines: gar nichts.


Ich musste verstehen, dass die besagte Schnelllebigkeit online eben auch mit sich bringt, dass es nicht auf Perfektion ankommt, dass es nicht darum geht, einen „perfekten Post“ rauszuschicken, sondern darum, überhaupt präsent zu sein. (Natürlich sollte jeder Post ein Ziel verfolgen, aber dazu an anderer Stelle mehr.) Dazu möchte ich noch ein Zitat aus dem Buch „Chillpreneuer“ teilen, das ich gerade gelesen habe, von Denise Duffield-Thomas:

„Nobody wants to hear this, but the way I grew my business to six and then seven figures, was consistency, not perfection. I’m not super organized, I don’t have superior planning skills, and I don’t have a solid marketing strategy. Nope. I’ve half-assed my way to a successful business, but I half-assed consistently! I show up even when I’m second-guessing it. Just get on with it.“


Die Chancen im Nicht-Perfekt-Sein

Das Ganze lässt sich sogar noch eine Stufe weiterspinnen. Die Menschen auf online Plattformen lieben gerade das, was NICHT perfekt ist. Es geht darum, Authentizität zu zeigen, vielleicht auch mal verletzlich zu sein, das zu zeigen, was gerade wirklich passiert. Und diese Dinge sind nicht immer bis ins Letzte durchdacht, überarbeitet und verbessert worden – sie sind so, wie sie sind, und das ist nun mal in den meisten Fällen nicht perfekt.


Ich war selbst überrascht, der mit erfolgreichste Post auf meinem Instagram-Kanal in den letzten Wochen, ist ein Foto von mir -bereits über ein Jahr alt-, das ich aus gutem Grund, bis dahin noch nicht gepostet hatte. Weil ich finde, dass ich darauf ziemlich mitgenommen aussehe. Das habe ich dann einfach auch so im Post erzählt und die Geschichte hinter dem Foto geteilt. Mit der Reaktion der Leute, die darauf folgte, hatte ich nicht gerechnet.


Fang einfach an!

Wenn du eine Sache aus diesem Artikel mitnehmen kannst, dann lass es diese sein:

Es ist als Künstler*in keine Seltenheit, etwas perfektionistisch veranlagt zu sein – und oft ist ja auch das, was am Ende herausragende Songs, Kompositionen und Werke ermöglicht. Sobald du aber den virtuellen Raum der sozialen Medien betrittst, lass den Perfektionismus im Proberaum, oder wo er sich gerade wohlfühlt, und lass dich von ihm nicht davon abhalten, sichtbar zu werden.


Also plane dir am besten direkt jetzt gleich den nächsten Zeitblock ein, um deine Social Media Inhalte für diese Woche vorzuplanen und fang einfach an! 😊